AK's und Fachgesellschaften

Donnerstag, 10.11.2016
AKWLZ (Hotel Maritim, Saal Maritim II) , Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz
Arbeitskreis für die Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)
14:00-14:10
14:10-14:20
PD Dr. med. dent. Susanne Gerhardt-Szép MME
Mapping von Lernzielen - ein Einführung
14:20-15:00
Maria Lammerding-Köppler
Die Merlin-Datenbank - Anwendung am NKLM
15:00-15:10
Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz
Bericht über die Erfahrungen mit der Merlin-Datenbank in der Medizin an der MHH
15:10-15:20
Diskussion
15:20-15:50
Pause
15:50-16:00
Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz
Darstellung fakultärer Lernzielkataloge
16:00-16:40
Cord Spreckelsen
Semantic Mediawiki als Software für Lernzielkataloge und zum Lernziel-Mapping
16:40-17:00
Abschlussdiskussion
Freitag, 11.11.2016
43. Jahrestagung der AGAZ-"Arbeitsplatz Zahnarzt: Gut sehen-Gut arbeiten" (Spektrum 1) , Prof. Dr. drs. drs. Jerome Rotgans
Arbeitsgemeinschaft für Arbeitswissenschaft und Zahnheilkunde (AGAZ)
09:00-09:10
09:10-09:30
Die Technik der systematischen Anwendung des zahnärztlichen Mundspiegels ergibt sich logisch aus den Charakteristika der 12:00 Uhr Behandlung: ermüdungsarme Arbeitshaltung sowie einfachste intra- und extraorale Arbeitsbewegungen. An einem für die 12:00 Uhr Be-handlung konzipierten Übungsgerät kann die Systematik der Instrumentenführung und Spie-gelführung, unter Berücksichtigung von Turbine- und Absaugereinsatz, an sämtlich verschie-den geneigten und unterschiedlich positionierten Mundstrukturen, ohne Veränderung der ba-lancierten Körperhaltung geübt und dann auf den Patienten übertragen werden.
Zahnärztliches Sehen
09:30-09:50
Die Qualität der zahnärztlichen Arbeit hängt nicht zuletzt von den Augen des Behandlers ab. Sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie kann das Erkennen von Details entscheidend für den Erfolg der Behandlung sein. In diesem Referat wird erörtert, wie es um die Sehfähigkeit von Zahnärzten und Zahnmedizinstudierenden bestellt ist. Ferner wird anhand verschiedener Studien aufgezeigt, wie man das zahnärztliche Sehen fördern oder auch behindern kann. Insbesondere wird auf die Bedeutung von Lupenbrillen und von stirngetragenen LED-Lampen eingegangen werden.
09:50-10:10
Hintergrund: Physische Risiken ergeben sich häufig während der zahnärztlichen Tätigkeit, vor allem durch Arbeit in der Mundhöhle. Seit 2007 sind Prismenbrillen auf dem Markt verfügbar. Diese Brillen sind mit Bifokalbrillen vergleichbar, bei denen der untere Bereich durch Prismen ersetzt wurden. Diese Prismen brechen das Licht, das vom Objekt ausgeht in seiner Richtung geändert wird.
In einer randomisierten Kontrollstudie mit zahnärztlichem Personal zeigte sich, dass die Verwendung von Prismenbrillen die Halsvorwärtsbeugung während der Arbeit signifikant reduzierte. Deshalb war es Ziel der Studie die Effekte auf selber berichtete Hals- und Schulterschmerzen, klinisch diagnostisierte Befunde im Hals-Schulterbereich, vermeintliche Anstrengung während der Arbeit und schließlich die eigenbeurteilte Arbeitsfähigkeit mit Prismenbrillen zu untersuchen.

Methoden: Die Probanden waren zahnärztliches Personal aus 78 von 110 Zahnarztpraxen der Region (n=564). Eine Versuchs- (n=371) und eine Kontrollgruppe (n=193) wurde gebildet. Alle Teilnehmer unterzogen sich eine Base-line Untersuchung. Sie wurden nach 12 Monaten schriftlich befragt und kli-nisch untersucht. Die Studie wurde als "natürliche" Intervention infolge der Einführung von Prismenbrillen in alle Zahnarztpraxen der Region Västra Götaland (Schweden) geplant. Die Gruppen-zuordnung erfolgte durch Selbst-Auswahl.

Wichtigste Ergebnise: Die Versuchsgruppe berichtete im Vergleich zur Kontrollgruppe bei der Basis-untersuchung eine größere Häufigkeit sowohl bei den eigenbeurteilten Hals-/Schulterschmerzen als auch den klinischen Diagnosen in diesem Bereich: Die Prismenbrillen tragenden Teilnehmer verbes-serten sich im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant im Bezug zum Befund muskuloskeletaler Schmerzen (p=0,047), Diagnosen im Halsbereich (p=0,025), vermeintliche Anstrengung während der Arbeit (p=0,003) und eigenbeurteilte Arbeitsfähigkeit (p=0,040). Deshalb wurde ein präventiver Effekt der Brillen festgestellt.

Klinische Iimplikationen: Empfehlungen im Bezug zur zahnärztlichen Ergonomie sollten die Ver-wendung von Prismenbrillen sowohl als primäre als auch sekundäre Prävention von arbeitsbedingten Halsschmerzen beim zahnärztlichen Personal beinhalten. Solche Brillen sollten auch in anderen Ar-beitssituationen getestet werden, bei denen eine hohe visuelle Leistung bei andauernden ungünstigen Haltungen des Halsen erforderlich ist.
10:10-10:30
Der heutige Praxisalltag eines Zahnarztes ist oft bestimmt von Zeit- und Erfolgsdruck, dabei bleibt die eigene Gesundheit manchmal auf der Strecke, denn Nacken- und Rückenschmerzen sind keine Sel-tenheit. Doch welchen Beitrag kann ein Dentalmikroskop leisten, um diese Beschwerden zu minimieren oder gar nicht erst auftreten zu lassen?
Der Vortrag gibt einen kurzen Einblick in die Vorteile des Arbeitens mit dem Mikroskop im Praxisalltag. Hierbei liegt der Fokus neben den Hauptvorteilen der besseren Sicht und der erhöhten Patientenzufriedenheit auf den ergonomischen Aspekten der täglichen Arbeit.
10:30-10:50
Seit dem ersten Einsatz im Jahre 1921 bei einem HNO-Eingriff durch Nylen hat das Operationsmikro-skop (OPMI) heute in vielen medizinischen Disziplinen Einzug gehalten. Überall dort wo minimalinva-sive oder mikrochirurgische Verfahren eingesetzt werden, haben sich die Erfolgsprognosen und die postoperativen Heilverläufe gegenüber den traditionellen Techniken schlagartig verbessert. So auch in der Endodontologie und endodontischen Mikrochirurgie, dem ersten zahnmedizinischen Fach, das mit Dr. Syngcuk Kim als Vorreiter, von der Einführung des OPMI profitierte. Unter seiner Leitung hat die American Dental Association bereits 1997 eine Kommission eingesetzt, die alle postgraduierten Pro-gramme in den USA verpflichten sollte, das OPMI in der Lehre einzusetzen. Anschließend haben wei-tere zahnmedizinische Fachrichtungen die Vorteile einer hohen Vergrößerung und bester Ausleuchtung für sich entdeckt und den Begriff Micro-Dentistry geprägt. Ein absoluter Glücksfall für Rücken und Schultern der von Haltungsschäden geplagten Zahnärzte, denn das Arbeiten am OPMI lässt sich be-sonders gut in das ergonomische Konzept nach Darryl Beach integrieren, dessen Entwicklung im Lau-fe der letzten Jahrzehnte zur Gestaltung einiger ausgeklügelter Behandlungseinheiten geführt hat. Der Vortrag soll in aller Kürze einen Einblick in das darauf basierende Behandlungskonzept gewähren.
10:50-11:00
Pause
11:00-11:15
Die Fusion von Mundspiegel und Absaugkanüle eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der zahnmedizi-nischen Behandlung. Denn jetzt liegen die wesentlichen Instrumente ausschließlich in Händen der Behandlerinnen und Behandler und machen ein effektiveres und präziseres Arbeiten unter permanenter Sicht möglich. Und das in jedem Bereich des Mundraums, bei Trocken- wie Nassbehandlungen.

Hinter dem technisch ausgereiften Instrument steckt ein sehr wirkungsvolles Behandlungskonzept - die "Autonome Behandlung". Der Einsatz des ClasenUNO ersetzt nicht grundsätzlich die Assistenz, macht aber einen effektiveren, flexibleren und fachgerechteren Einsatz des Assistenzteams möglich. Das verändert die Praxis der 2- und 4-Handtechniken und macht Behandlungsabläufe möglich, die für alle, für Behandler, Assistenz und Patienten spürbare Vorteile bringen.
Vor allem die ergonomischen Aspekte des Behandlungskonzepts "Autonome Behandlung" stehen hier im Vordergrund. Denn gerade hier erweist sich der ClasenUNO als Schlüsselwerkzeug für eine scho-nendere und effektivere Behandlungsmethode - für Behandler und Assistenz.

Zahnarzt Stephan Clasen wird in seinem Vortrag anhand anschaulicher Praxisbeispiele das beeindru-ckende Potenzial des ClasenUNO präsentieren.
11:15-11:30
Das tägliche Problem während der Präparation mit rotierenden Instrumenten, besonders unter indirek-ter Sicht, besteht darin, dass der Mundspiegel bereits nach wenigen Sekunden beschlagen ist und abgewischt werden muss. Kühlspray und Bohrstaub benetzen die Spiegelfläche. Der Arbeitsablauf wird häufig unterbrochen. Der Workflow wird durch die schwierigen Sichtverhältnisse extrem er-schwert. Die erhöhte Konzentration ermüden die Augen. Stress und längere Behandlungszeiten sind die Folge.
EverClear, ein Mundspiegel mit einem winzigen "direct drive" Elektromotor, bringt die optisch polierte Spiegelscheibe des EverClear in schnelle Rotation, so dass Bohrstaub, Spray, Blut, Sekret o.ä. weg-geschleudert werden - die Spiegelfläche bleibt stets sauber und gewährt deshalb beste Sicht auf das OP-Feld.
Im Vortrag wird die Wirkungsweise von EverClear dargestellt und praktisch demonstriert.
11:30-11:45
Obwohl im Allgemeinen bekannt ist, dass bei indirekter Arbeit die körperliche Belastung der Zahnarzt deutlich reduziert werden kann, gibt es innerhalb der Zahnarztpraxis viele Situationen, in denen eine ergonomisch korrekte indirekte Sicht nicht oder nur schlecht realisierbar ist. Nicht zuletzt, weil der Spray vom Kühlwasser und Verunreinigungen die Sicht in den Spiegel behindern.

Von den vielen auf dem Markt verfügbaren Lösungen, welche die Verbesserung der indirekten Sicht für sich beanspruchen, entspricht keiner weder der Vielzahl von Benutzeranforderungen noch der für die dynamische Praxis geforderte notwendige Flexibilität der Anwendung 100%ig.

Aus funktioneller Sicht erfüllen sie meist die Erwartungen aber beeinflussen ergonomisch gesehen in negativer Weise, oder umgekehrt. Sie sind dann ergonomisch zwar ansprechend aber die gebotene Funktionalität lässt viel zu wünschen übrig. Einige Lösungen zielen auf nur einen Teil des Problems, z.B. nur auf die Absaugung und sind deshalb nicht zur Anwendung für die gesamte Benutzergruppe geeignet. Im breiten Spektrum der Zahnmedizin - vom "Mikroskop-Zahnarzt", der meist mit Assistenz in einem engen Arbeitsfeld tätig ist, bis zur Mundhygienikerin, die in der Regel ohne Assistenz das ganze Gebiss behandelt - gibt es keine Ideallösung.

Um die unterschiedlichsten Anforderungen aus der Praxis zu entsprechen, zielt das Yirro-plus Konzept auf die Optimierung des Mundspiegels: Ein einstellbarer Luftstrom reinigt andauernd die Spiegel-oberfläche. Er ist teil eines Systems, das sich einerseits aus wiederverwendbare, ergonomisch kom-pakte und leichte, gut am Arbeitsplatz zu platzierende Komponente, andererseits aus eine Docking Station an einem gut zugänglichen, festen Standort an der Assistenzeinheit zusammensetzt. Dieses Konzept wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Zahnärzten entwickelt, getestet und in 18 Mo-naten optimiert.

Yirro-plus ist sich nicht nur ein ausgezeichneter Mundspiegel für den Zahnarzt mit Assistenz sondern auch zugleich ein System, das sich für den Alleinbehandler eignet: Der Yirro Spiegel lässt sich ein-fach auf die Absaugkanüle klicken. Hierdurch kann ohne Assistenz bequem und den Hygienerichtlinien entsprechend gearbeitet werden, mit Absaugung und dauerhafter indirekter Sicht, beide an der richtigen Stelle. Außerdem stellt der kompakte helle Spiegel eine ausgezeichnete Ergänzung bei der Anwendung automatischer Absaugsysteme dar.
11:45-12:00
Wenn sich ein Zahnarzt entschieden hat, in einer gesunden ausbalancierten Behandlerposition zu diagnostizieren und zu behandeln wird er diese gesunde Position nur einhalten können, wenn er gelernt hat unter indirekter Sicht zu arbeiten.
Ich möchte mit dem Vortrag "Indirekt arbeiten - leicht gemacht ( meine praktischen Erfahrungen) " alle Zahnärzte ermutigen, diese Fertigkeit zu erlernen. Ich werde einige Hilfsmittel und Tipps und Tricks präsentieren.
12:00-12:10
Pause
Mini Workshop
12:10-12:50
Dauerhafte Naharbeit belastet den gesamten Organismus. Viele Naharbeiter (Zahnärzte) klagen über müde, trockene und gerötete Augen, Konzentrationsstörungen, nachlassende oder schwankende Sehleistungen.
Die dauerhafte Arbeit am Stuhl fordert die Augen einseitig. Vielleicht passiert es Ihnen, dass Sie beim schnellen Blickwechsel von Fern- zu Nahobjekten und umgekehrt eine Verzögerung in der Scharfstellung feststellen. Wenn Sie viel mit Lupenbrillen arbeiten, können sich hier schnell auch im jungen Alter nachlassende Sehleistungen ergeben.
Wer nicht scharf sieht, der braucht eine Brille - klar. Bei den beschriebenen Symptomen greift eine Brille aber nur kurz, da sich die visuelle Wahrnehmung in mehrere Bereiche teilt.

Diese ergeben im Zusammenspiel die gesamte Leistungsfähigkeit des Sehens

Die vier Kreise nach Skeffington

Auch für die Arbeit mit dem Patienten ist das Wissen über visuelle Wahrnehmung hilfreich. Funktionsstörungen im Muskel-Skelett-System oder Kiefergelenk beeinträchtigen die visuelle Leistungsfähigkeit. Umgekehrt können visuelle Defizite, wie z.B. Winkelfehlsichtigkeiten auch Zahnfehlstellungen hervorrufen.
In diesem Workshop werden die Grundzüge des Visualtraning mit kurzen Sehübungen vermittelt.
12:50-13:30
Mittagspause
Intra-orales Sehen
13:30-13:50
Die Entwicklung der Beleuchtung in Übertragungsinstrumenten, deren technische Umsetzung und klinischer Nutzen.
Vergangenheit - Gegenwart und Zukunft von Beleuchtungssystemen - aus Sicht einer der führenden Hersteller von dentalen Übertragungsinstrumenten.
13:50-14:10
Eine gute bzw. ausreichende Sicht auf das Präparationsfeld ist die Grundvoraussetzung für eine effektive Behandlung, denn, einer zahnärztlichen Binsenweisheit folgend, kann nur das behandelt werden, was man auch sieht. Dabei wird die Sicht durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst: Z.B. durch die anatomischen Gegebenheiten und die Präparationsart, aber auch durch die Formgebung der Instrumente. So spielt u.a. die Kopfgröße eine wesentliche Rolle. Insbesondere dann, wenn Patienten mit eingeschränkten Mundöffnung oder Kinder behandelt werden müssen. Im weltweiten Angebot lassen sich hierzu extreme Unterschiede bei der Ausgestaltung erkennen. Der Vortrag gibt eine Übersicht über die unterschiedlichen Instrumente und zeigt Möglichkeiten auf, um die Sicht auf das Präparationsfeld zu verbessern.
14:10-14:25
Isolite Systems - entwickelt um Ihre Arbeitsabläufe, die Behandlung für Sie, Ihre Mitarbeiter/innen und den Patienten so komfortabel wie nur möglich zu gestalten. Isolite Systems ermöglicht Ihnen einen optimalen Zugang zur Mundhöhle, sorgt für eine automatische Absaugung und reduziert die intraorale Luftfeuchtigkeit sowie mögliche Kontaminationsquellen.
Das Mundstück des Isolite Systems hält die Zunge vom Arbeitsfeld ab und schützt Wange und Zunge gegen möglichen Kontakt mit rotierenden oder Hand-Instrumenten, gleichzeitig schützt es die Atem-wege, so dass kein Material verschluckt werden kann.

Vortragsinhalt:
Wir zeigen wie die Behandlungen für den Patienten und das Behandlungsteam durch die freihändige, kontinuierliche Absaugung, die integrierte optimale Lichtquelle und Ihre Haltung an der Behandlungs-einheit ergonomisch optimiert werden können.
Wechseln der Watterollen und das manuelle Absaugen können komplett entfallen. Lernen Sie dieses System kennen und Sie möchten nie mehr darauf verzichten.

- Was ist Isolite-Systems und welche unterschiedlichen Systeme gibt es?
- Entspannte und komfortable Behandlung für Sie und Ihre Patienten und dabei noch ergonomisch.
- Weniger Behandlungszeit durch optimierte Arbeitsabläufe?
- Hygienische Aufbereitung des Isolite-Systems.
- Sicherheit und Schutz für Patienten und Mitarbeiter/innen bei jeder Behandlung.
14:25-14:35
Pause
Diagnostisches Sehen
14:35-14:55
Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung von intraoralen Kameras, waren diese zu Beginn "nur" temporäre Lösungen zur Visualisierung, werden diese heute für die Dokumentation, das Zahnarzt Marketing bis hin zum diagnostischen Multitool eingesetzt. An praktischen Beispielen wird unter Beachtung ergonomischer Aspekte gezeigt, was eine heutige intraorale Kamera leisten kann.
14:55-15:15
Systeme zur Kariesdiagnose, die ohne Röntgenstrahlen arbeiten, sind in den letzten Jahren vermehrt im Markt zu verzeichnen. Es existieren unterschiedliche bildgebende und nicht bildgebende Verfahren, die sich durch die verwendete Technologie (z.B. durch Ausnutzung von lichtoptischen Effekten oder einer elektrischen Widerstandsmessung) als auch im Indikationsspektrum unterscheiden. So sind z.B. bildgebende Methoden, die mit Lichtwellenlängen im blauen Bereich arbeiten, für die Befundung von oberflächlichen und gut einsehbaren Bereichen geeignet, hingegen können mit diesen nur schwer diagnostische Aussagen für den Approximalraum getroffen werden. Der Vortrag gibt eine kurze Ei-nordnung der Systeme und diskutiert deren Indikationsspektrum. Insbesondere geht er auf die Mög-lichkeiten der bildgebenden Nah-Infrarot Transillumination ein, die neben der frühzeitigen Diagnose unterschiedlicher kariöser Läsionen und dem Verzicht auf ionisierende Strahlung auch eine sehr pati-entenverständliche Aufklärung bietet.
15:15-15:35
Die dentale Volumentomographie ist aus der modernen Zahnheilkunde nicht mehr wegzudenken. Bei der Entscheidung für ein DVT-Gerät spielen viele Faktoren eine Rolle. Ganz vorne dabei sind Parame-ter wie Voxel- und Volumengrößen, sowie die Darstellung der Daten in der jeweiligen Software und deren Integration in das Praxisumfeld.
Der Vortrag erläutert die Aussagekraft, Nutzen und Auswirkungen der Größenparameter sowie Mög-lichkeiten und Fallstricke bei der 3D Darstellung des Volumens - dem Volume-Rendering. Zudem werden noch die Aspekte DICOM und Datenkompatibilität beleuchtet.
15:35-15:55
Die Einführung der digitalen (dentalen) Volumentomographie in die tägliche Praxis hat in der Zahnme-dizin und besonders bei der endodontischen Behandlung die Diagnose und Therapie entscheidend verbessert. Die DVT kann das Vorhandensein und die Lokalisation von periapikalen Veränderungen und Wurzelresorptionen genauer und früher identifizieren als die standardmäßige Zahnfilmaufnahme oder die Panoramaschichtaufnahme. Durch diese zusätzliche Information kann eine präzisere Diag-nose und daraus resultierend eine adäquatere Therapie erfolgen und die Prognose für den Patienten erstellt werden.

Im Vortrag werden die Indikationen für die DVT erörtert und mit Fällen aus der täglichen Praxis erläu-tert. Die wichtigsten Vorteile der DVT werden aufgezeigt, besonders bei Schmerzfällen mit negativen röntgenologischen Befunden.

Ziel der Präsentation ist es, die Vorteile und den Nutzen der DVT bei der Diagnose von endodontischen Erkrankungen zu beleuchten und infolgedessen einen optimalen Behandlungsplan zu erstellen.
15:55-16:05
Pause
OP-Beleuchtung
16:05-16:25
Bessere Ergebnisse durch besseres Sehen - Ein gutes Licht der Behandlungsleuchte beeinflusst in hohem Maße die Qualität der Ergebnisse der zahnärztlichen Diagnose und Therapie.
Die Mundhöhle ins richtige Licht gesetzt und dabei ermüdungsfrei behandeln. Wie eine intelligente Behandlungsleuchte hierbei unterstützen kann, wird in diesem Vortrag gezeigt.
16:25-16:45
Um sehen zu können, ist der Bedarf an Licht entscheidend. Eine gut entworfene OP-Leuchte ist aller-dings nicht alles. Wichtig ist nicht nur die Ausleuchtung der Mundhöhle, der Kavität oder sogar der Wurzelkanalspitze sondern auch ist die richtige Beleuchtung außerhalb der Mundhöhle des Patienten von Bedeutung. Es muss deshalb dafür Sorge getragen werden, dass das richtige Beleuchtungsmus-ter bei der Wahl der zu installierenden Lichtquellen Beachtung findet. Da Licht nicht ohne seine Ref-lektion gesehen werden kann, ist es ebenso wichtig, "Griff" auf alle Oberflächen im Behandlungsraum, der Instrumente und Materialien zu bekommen. Was ist der Effekt von Farben und Oberflächenfinish der direkten Umgebung des Behandlers oder de Behandlerin sowohl innerhalb als auch außerhalb der Mundhöhle? Werde erleuchtet!
16:45-17:05
Ausgewogene Lichtverhältnisse unterstützen gutes Sehen während der zahnärztlichen Behandlung. Das 5 Sterne Licht KaVo LUX 540 LED überzeugt hier mit innovativer Technologie, die jeder Behandler individuell für sich anpassen kann. Dies ist hilfreich, um Ermüden der Augen vorzubeugen bzw. den erhöhten Lichtbedarf mit zunehmendem Alter abdecken zu können. Im Vortrag soll auf die Möglichkeiten der KaVo LUX 540 LED eingegangen werden, um auch in außergewöhnlichen Behand-lungssituationen gleichbleibende Arbeitsbedingungen sicherzustellen.
17:05-17:25
A-dec's Philosophie beruht auf dem Prinzip, dass der Patientenstuhl nicht ein auf sich alleine stehendes Ge-rät aber Teil eines Systems ist. Ein System, das der tägliche Ablauf in modernen Zahnarztpraxen effizient, ergonomisch und zuverlässig zu unterstützen in der Lage ist.

Die Produktentwicklung bei A-dec fokussiert primär auf die Verbesserung der Zugang zur Mundhöhle durch das Zahnartzteam mit dem finalen Ziel, das Arbeitsfeld gut erreichen und einsehen zu können, ohne dabei die Gesundheit des Zahnarztteams und der Komfort des Patienten zu beeinträchtigen.

Jede OP-Leuchte muss den Zahnarzt oder die Zahnärztin in die Lage versetzen, die beste Betreuungsqualität bei maximaler Produktivität zu liefern. Beim Bemühen um eine exzellente Betreuung und Behandlung fallen gesunde Fußpositionen sehr oft dem Bemühen um eine gute Sicht in die Mundhöhle zum Opfer. Als Konsequenz daraus ergeben sich chronische Schmerzen, eine verringerte Produktivität und Laufbahnkür-zungen. Die OP-Leuchte spielt hierbei eine wichtige Rolle. Deshalb müssen ihr Design und ihre Funktionen eine gute Sicht und eine gute Arbeitshaltung im höchst möglichen Maß unterstützen.

Vorgestellt werden
• Gesamtentwurf und Funktionalität der "A-dec LED light"-Leuchte: Design und Anordnung der LEDs, ihre drei Rotationsachsen, die richtigen Beleuchtungsebenen des Lichts (5,000 k), der "Composite- Modus", die vollkommen eingefasste Lampeneinheit ohne Kühlungsventilator (keine Strahlungshitze) und der CRI-Wert.
• Funktionelle Unterstützung des Praktikers, der Assistenz und der Patienten: Durch ihr Design und Funktionalität verhelfen diese dem Zahnarzt und der Zahnärztin zur besseren Ausübung seines/ihres Be-rufs, der Assistenz zu einer besseren Unterstützung der Behandlung wegen der verbesserten Beleuchtung de Mundhöhle ("improved overall workflow") und den Patienten zur bestmöglichen Betreuungsqualität durch den/die BehandlerIn.
• Optimale Beleuchtung der Mundhöhle: Die richtigen Beleuchtungsebenen in der Mundhöhle unterstüt-zen bei der Diagnose und der Behandlung. Darüber hinaus minimieren sie Müdigkeit beim Behandler und der Behandlerin, durch die sie sich auf ihre Arbeit über eine lange Zeitspanne konzentrieren können.

Andere wichtige Aspekte, wie die Integration eines Materialmanagements und Management moderner klini-scher Produkte sind ebenfalls Grundlagen der A-dec Entwicklungsphilosophie.
17:25-17:45
Ökonomischer Druck im Zusammenhang mit Preissteigungen, komplexer werdendem Mana-gement und Organisation, schnellen technischen Entwicklungen und vor allem mit der fort-schreitenden Digitalisierung zwingt die Zahnarztpraxis so weit wie nur möglich effektive und effiziente Abläufe der Aktivitäten zu entwickeln. Eine wichtige Aufgabe ist hierbei der "Workflow" zu definieren, seine jeweilige Aktivitäten in einer geordneten Weise anzuordnen und deren Ablauf zu ordnen.
Wie wichtig dieses Thema ist, zeigt die diesjährige Jahrestagung der European Society of Dental Ergonomics (ESDE) in Breslau, die sich diesem Thema exklusiv widmete. Bei Betrach-tung des Programminhalts fällt auf, dass die vielen Themen zwar wichtige Beiträge im Sinne strukturierter Arbeitsabläufe leisten, der wichtigste auf die Behandlerin oder den Behandler persönlich am jeweiligen Arbeitsbeginn bezogenen Workflow fehlt.
Der Beitrag stellt jene Schritte dar, die als "Preflight Check" jedes Mal zur Schonung der Au-gen, zur Vorbeugung von muskuloskeletalen Beschwerden und Sicherung der Arbeitsfreude vom Beginn jeder Behandlung an beitragen.
18:00-19:00
Prof. Dr. drs. drs. Jerome Rotgans
Mitgliederversammlung - findet im Raum Spektrum 2 statt.
DGL (Spektrum 2) , Prof. Dr. Norbert Gutknecht
Deutsche Gesellschaft für Laser-Zahheilkunde (DGL)
09:00-09:45
Dr. Thorsten Kleinert
Laseranwendungen, Diagnostik und Therapie in der täglichen Praxis
09:45-10:30
Prof. Dr. Dr. Siegfried Jänicke
Einsatz des Lasers aus Sicht eines Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgen
10:30-11:15
In der Kariesdiagnostik, der Prävention, der konservierenden und restaurativen Zahnheilkunde, der Endodontie, der Parodontologie, der Oralchirurgie und der Implantologie hat die laser-unterstützte Therapie einen festen Stellenwert erreicht.
In den letzten zehn Jahren haben sich in zahlreichen Studien die Erbiumlaser Wellenlängen (2780nm/2940nm) und die der Diodenlaser (810nm/940nm) neben den laser-unterstützen diagnostischen Verfahren (655nm) als integraler Bestandteil der Kinderzahnheilkunde durchgesetzt.
Das Behandlungsspektrum umfasst neben der Laserfluoreszenzdiagnostik für okklusale und approximale Kariesdetektion, Screening und Recall, Prävention, die schmerzarme, minimal-invasive, selektive Kariesentfernung und Schaffung einer mikroretentiven, bakteriziden Oberflächenstruktur. Neben der Endodontie wie der Pulpotomie und Wurzelkanalaufbereitung findet die chirurgische Lasertherapie durch die koagulierende Wirkung, durch die Biostimulation induzierte verbesserte Wundheilung und der geringen intra- und post-operativen Schmerzen bei Frenektomien, Pericoronitistherapie, Freilegung verlagerter Zähne breite Anwendung. Eine weitere Schnittstelle zeigt sich in der Kieferorthopädie unter anderem mit der Low Level Laser Therapie.
In dem Vortrag soll ein Überblick über die laser-unterstützte Kinderzahnheilkunde, dem integrierten Behandlungskonzept Laserkids® geben und Strategien zur Vermeidung möglicher Stolpersteine dieser Therapieform aufzeigen.
Eine strukturierte und kindgerechte Vorgehensweise in der Lasertherapie ist für den reibungslosen Ablauf und der Integration in die Kinderzahnheilkunde essentiell. Die laser-unterstützte Therapie mit ihrer schmerzärmeren, schonenden Vorgehensweise eröffnet neue Perspektiven für die kleinsten Patienten und stellt einen integralen Bestandteil des Behandlungsspektrums der modernen Kinder-und Jugendzahnheilkunde dar.
11:15-12:00
Prof. Dr. Norbert Gutknecht
Parodontitis und Periimplantitis - Laser, die Alternative!
12:00-12:30
Prof. Dr. Anton Sculean
Photodynamische Therapie
DGZ, mit DGR2Z, DGPZM und DGET (Conclusio 1) , Prof. Dr. Edgar Schäfer
Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung e.V. (DGZ), Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR2Z), Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM), Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET)
09:00-09:30
Prof. Dr. Karl-Heinz Kunzelmann
Kariesdiagnose - analog und digital, Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR2Z)
09:30-10:00
Prof. Dr. Bernd Haller
Seitenzahnrestauration mit Komposit - Schlüsselfaktoren für den Langzeiterfolg, Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR2Z)
10:00-10:30
Dr. Carsten Appel
Stolpersteine in der endodontischen Therapie, Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET)
10:30-11:00
Prof. Dr. Edgar Schäfer
Postendodontische Restaurationen , Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET)
Postendodontische Restaurationen sollen zum einen ein koronales Leakage, also eine Reinfektion des Endodonts verhindern und zum anderen den wurzelkanalbehandelten Zahn stabilisieren und langfristig vor einer Fraktur schützen.
Nach Hinweisen zur zuverlässigen Vermeidung eines koronales Leakages soll im Vortrag dargelegt werden, warum wurzelkanalbehandelte Zähne im Vergleich zu pulpa-vitalen frakturgefährdeter sind. Ausgehend von diesen Überlegungen wird auf der Grundlage der derzeit verfügbaren Evidenz diskutiert, ob grundsätzlich jeder wurzelkanalbehandelte Zahn überkront werden muss und ob die Frakturfestigkeit dieser Zähne durch intrakanaläre Stifte respektive Stiftaufbauten erhöht werden kann. Abschließend werden Indikationen für die Insertion von Stiftaufbauten vorgestellt und verschiedene Stiftsysteme bewertet.
11:00-11:30
Pause
11:30-12:00
Prof. Dr. Michael J. Noack
Wurzelkaries: Welche präventiven und minimal-invasiven Maßnahmen helfen wirklich?, Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM)
12:00-12:30
Eine differenzierte Kariestherapie basiert auf einer differenzierten Diagnostik.
Grundsätzlich sind drei Dinge in der zahnbezogenen Kariesdiagnostik entscheidend: Man muss
1) gesunde von erkrankter Zahnhartsubstanz unterscheiden,
2) eine Kavität (eingebrochene Oberfläche) sicher erkennen,
3) idealerweise auch die Läsionsaktivität einschätzen können.

Im Vortrag werden unter diesem Aspekt sowohl gängige als auch neuartige Diagnostikmethoden beschrieben und bewertet.
DGZMK (Hotel Maritim, Saal Maritim II)
09:00-11:00
Dr. Robert Kazemi
Urheberrecht für Autoren, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
TAK Reg Med mit der AfG (Conclusio 2) , Dr. Katharina Reichenmiller, PD Dr. Michael M. Wolf
Transdisziplinärer Arbeitskreis Regenerative Medizin (TAK RegMed), Arbeitsgemeinschaft für Grundlagenforschung (AfG)
11:00-12:00
Mitgliederversammlung
12:00-13:00
Mittagspause
13:00-13:40
Regeneration in der Zahnerhaltung bezieht sich meist auf endodontale oder parodontale regenerative Prozesse.
Aus dem Gewebe der Pulpa, aus dem parodontalen Gewebe und aus der "Schnittstelle", der apikalen Papille, lassen sich Stammzellen gewinnen. Diese können im Labor kultiviert und charakterisiert werden. Regenerative Prozesse ließen sich in der klinischen Zahnheilkunde schon immer beobachten. Durch Identifikation, Monitoring und Analyse der Stammzellen in vitro, können neuere gezielte Therapiekonzepte entwickelt werden, die weitere Möglichkeiten für regenerative Prozesse ermöglichen und beschleunigen.
Wie kann eine Verknüpfung zwischen den im Labor gewonnenen Erkenntnissen und den für uns relevanten Regenerationsprozessen im klinischen Alltag gelingen? Wie wichtig sind Stammzellen für Therapien zur Gewebeneubildung und sind mit deren Anwendung Risiken und Nachteile verbunden? Haben wir es wirklich mit echter Regeneration zu tun?
In diesem Vortrag werden aktuelle klinische Konzepte zur regenerativen Endodontologie, Parodontologie, aber auch Ergebnisse aus Zellkulturstudien mit Pulpastammzellen vorgestellt.
13:40-14:20
Die Mitglieder der Transformierenden Wachstumsfaktor beta (TGF-ß Superfamilie sind multifunktionelle extrazelluläre Signalmoleküle, die sich an Prozessen der Embryogenese, der Gewebehomöostase sowie der Modulation der Immunantwort beteiligen. Sie nehmen aber auch Einfluss auf die Induktion, Proliferation und Differenzierung von Knochengewebe und stehen daher im Fokus verschiedener zahnmedizinischer wissenschaftlicher Fragestellungen. Die Rolle von TGF-ß bei der Etablierung zellulärer Diversität wird durch die Ergebnisse von in vivo und in vitro Studien unter Einsatz von state-of-the-art morphologischer, zellbiologischer und molekularbiologischer Methoden an zwei Paradigmen aufgezeigt. Zunächst wird die entwicklungsabhängige Bedeutung von TGF-ß in der Initiierung, Aufrechterhaltung und Apoptose des Schmelzknotens, eines transienten Signalzentrums, das die Zahnmorphogenese reguliert, gezeigt. Des Weiteren wird der Einfluss von Mitgliedern der TGF-ß-Superfamilie auf das osteogene Differenzierungspotential in humanen Gingivafibroblasten und parodontalen Ligamentfibroblasten vorgestellt. Die Ergebnisse heben die biologische Bedeutung von TGF-ß in der Entwicklung und Regeneration oraler Hart- und Weichgewebe hervor.
14:20-15:00
Prof. Dr. mult. James Kirkpatrick
Die Relevanz von in vitro-Modellen für die Regenerative Medizin
15:00-15:30
Kaffeepause
15:30-16:10
Dr. Christian Kirschneck
Pharmakologische Modulation der kieferorthopädischen Zahnbewegung - unerwünschte Effekte, Chancen und Perspektiven
16:10-16:50
Fortschritte im Bereich der zahnmedizinischen Behandlung haben den lokalen und systemischen Knochenstoffwechsel nicht nur im Bereich der chirurgischen Zahnmedizin in einen neuen Fokus gerückt. Es wird damit auch in der Zahnmedizin der Versuch unternommen, individualisierte Behandlungskonzepte zu etablieren, um die Versorgung unserer Patienten zu verbessern. Dazu gehören neben Studien zur Ernährungslenkung auch wissenschaftliche Arbeiten, die Knochenbildung nach Augmentation mit verschiedenen Biomaterialien untersuchen, aber auch definieren, inwieweit eine Zusatzbehandlung mit Vitamin D, ein wesentlicher Teil der Kalzium-Homöostase und Knochenbildung, sich positiv auf das Knochenremodelling nach Augmentation auswirken kann.
16:50-17:10
Einfluss der Ernährung auf parodontale Gesundheit
Ziel der Studie war es, die Effekte einer mundgesundheitsoptimierten Ernährung auf parodontale klinische Parameter in einer randomisierten, kontrollierten Studie zu untersuchen. Die Experimentalgruppe (n=10) änderte für die Dauer von 4 Wochen die Ernährung in Richtung einer kohlenhydrat-reduzierten Kost, die reich an Omega-3 Fettsäuren, Vitamin D, Vitamin C, Antioxidantien und Ballaststoffen war. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe (n=5) änderten ihr Ernährungsverhalten nicht. Ein verblindeter Prüfzahnarzt evaluierte Plaquewerte (PI), gingivale Entzündung (GI) und den Parodontalstatus mittels einer druck-sensitiven Parodontalsonde. Die Messungen erfolgten nach einer und zwei Wochen (Baseline) und nach der Ernährungsumstellung einmal wöchentlich für 4 Wochen. Während die Plaquewerte in beiden Gruppen konstant blieben, sanken die Entzündungswerte GI, BOP, sowie die parodontale Gesamtentzündungsfläche (PISA) um etwa die Hälfte (GI: 1.10±0.51 zu 0.54±0.30; BOP: 53.57% zu 24.17%; PISA: 638mm² zu 284mm²). Diese Reduktion war signifikant unterschiedlich im Vergleich zur Kontrollgruppe, welche konstante Entzündungswerte zeigte. Es kann geschlussfolgert werden, dass eine Ernährung, welche wenig Kohlenhydrate beinhaltet und reich an Omega-3 Fettsäuren, Vitamin C, Vitamin D, Antioxidantien und Ballaststoffen ist, signifikant gingivale und parodontale Entzündungsparameter reduzieren kann.
17:10-17:30
Hintergrund: Als biodegradierbarer Werkstoff stellt Magnesium ein interessantes Material für die Wiederherstellung knöcherne Defekte im Kopf-Halsbereich dar. Dabei stellt die H2-Freisetzung durch die Degradation von Magnesium über kurze Zeiträume ein immanentes Kompatibilitätsproblem dar. Durch die plasmaelektrolytische Beschichtung (PEO) kann dieses Problem antagonisiert werden. Weiterhin ist bis heute kein Protokoll gemäß DIN ISO-Vorschriften verfügbar, welches eine in vitro-Testung ähnlich der in vivo-Situation nachstellt. Im Folgenden wird ein solches Protokoll vorgestellt.

Material & Methoden: WE43-Prüfmuster wurden in acht verschiedenen Elektrolyten PEO beschichtet. Diese wurden mit unbeschichteten WE43-Prüfmustern und 99.9% reines Magnesium verglichen. Neben der Findung eines dem humanen physiologischen Blutplasma ähnlichen Korrosions- und Kulturmediums wurden ein Protokoll mit Extraktionstests und direkten Tests gemäß DIN ISO 10993-5/-12 validiert und Live-Dead-Färbungen durchgeführt. Die Korrosion wurde elektrochemisch validiert.

Ergebnisse: Als primäres Zellkultur- und Korrosionsmedium wurde MEM mit 10% fötalem Kälberserum und 4mM Glutamin etabliert. In den Extraktionstests und Live-Dead-Färbungen konnten sieben zytokompatible Proben dargestellt werden. Dabei zeigte sich eine PEO-Schicht den anderen bzgl. der Kompatibilität und Zelleigenschaften überlegen. BrdU-, XTT- und LDH-Tests zeigten im Gegensatz zu den direkten Tests nur marginale Interferenzen in der Spektroskopie. PEO-Prüfmuster zeigten signifikant bessere Korrosionswerte.

Schlussfolgerung: Es konnte ein valides Protokoll zur Testung von Magnesiumwerkstoffen gemäß DIN ISO-Norm aufgezeigt werden. PEO-Schichtsysteme können dabei die Degradation und H2-Freisetzung signifikant reduzieren. Die Wahl eines dem humanen Blutplasma ähnlichen Korrosions- und Kulturmediums ermöglicht ggf. spätere Abgleiche mit der in vivo-Situation.
AK Wehrmedizin (Spektrum 2) , Dr. Michael Lüpke, Prof. Dr. Peter Reinhard Pospiech
Arbeitskreis Wehrmedizin
13:00-13:10
13:10-13:55
Der demographische Wandel in Deutschland, der Wunsch der Patienten nach Zahnerhalt und nicht zuletzt die enorme technische Weiterentwicklung der letzten Jahre, insbesondere im Bereich der Endodontologie, führten zu einer konstant hohen Anzahl durchgeführter Wurzelkanalbehandlungen.
Dabei sehen sich sowohl Generalisten als auch Spezialisten zunehmend komplexen anatomischen Gegebenheiten als auch einer steten Zunahme von Revisionsbehandlungen gegenüber. Diese sind nicht zuletzt durch einen in den letzten Jahren stattgefundenen Paradigmenwechsel, weg von den Wurzelspitzenresektionen hin zur Revisionsbehandlung, geschuldet.
Die Erfolgsquoten, vergleicht man den Generalisten mit dem Spezialisten, befinden sich auf einem ähnlich hohen Niveau, wobei deutlich gesagt werden muss, dass sich der Spezialist annähernd täglich mit komplexeren Situationen, wie zum Beispiel Instrumentenfrakturen, konfrontiert sieht.
Dieser Vortrag soll anhand verschiedener Beispiele Indikationen aufzeigen, welche den Einsatz thermoplastischer Obturationsverfahren im Praxisalltag des Generalisten notwendig erscheinen
lassen.
13:55-14:45
Bulk-Fill-Komposite suggerieren vom Namen, dass sie in einer Schicht, in einem "Klumpen" appliziert werden können, im Gegensatz zu den konventionellen Kompositen, die in 2-mm-Schichten aufgetragen werden sollen. Dabei sind die Bulk-Fill-Komposite in der Lage, auch in einer Schichtstärke von 4 mm, bei einem Produkt gar bis 5 mm, lichtgehärtet zu werden, also mit weniger Schichten auszukommen. Somit können auch Bulk-Fill-Komposite nicht in jedem Fall alle Kavitäten in einer Schicht füllen. Bei größerer Schichtstärke, die effektiv aushärten soll, werden größere Volumina eingesetzt, die dennoch keinen erhöhten Schrumpfungsstress auf den Verbund mit der Zahnhartsubstanz ausüben sollten.
Um diese Eigenschaften zu erfüllen, wurden Modifikationen an den Photoinitiatoren, den Füllkörpern und den Monomersystemen durchgeführt, so dass eine eigenständige Produktgruppe innerhalb der Materialgruppe Komposite entstanden ist. Sie werden angeboten als fließfähige und hoch-viskose Bulk-Fill-Komposite, die sich auch in ihrer Anwendung unterscheiden. In-vitro-Untersuchungen zeigen viel versprechende Ergebnisse, zeigen aber auch die Schwierigkeit der korrekten Lichthärtung gerade bei dieser Materialgruppe. Daher wird im Rahmen dieses zweiteiligen Referates auch auf die Grundproblematik der Lichthärtung von Kompositmaterialien im Allgemeinen eingegangen.
14:45-15:00
Pause
15:00-15:40
Dr. Uwe Blunck
Bulk fill - Füllungen mit nur einem "Klumpen" Komposit?! Teil 2
15:40-16:15
Unter der Vielzahl von Schlafstörungen spielen die Schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) eine bedeutsame Rolle. Sie weisen eine hohe Prävalenz auf und können in Abhängigkeit von der Art und Schweregrad der Atmungsstörung zu fragmentiertem Schlaf und zu Hypoxämien führen. Die Folgen können gravierend sein. Hier sei beispielhaft an die Tagesschläfrigkeit mit den daraus resultierenden Gefahren im Straßenverkehr, aber auch an die möglichen schwerwiegenden organischen Folgen wie die arterielle Hypertonie, Myokardinfarkte oder Apoplexe, erinnert. Dieses gilt in erster Linie für das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), für das die nächtliche nasale Positivdrucktherapie (nCPAP = Continuous-positive-airway-pressure) die Therapie der Wahl darstellt. Diese Therapie wird jedoch von etwa 30% der Patienten nicht toleriert. Hinzu kommt, dass bei Soldaten, die im Einsatz uneingeschränkt mobil sein müssen, das CPAP-Gerät eine Einschränkung hinsichtlich der Mobilität darstellen kann. Eine Alternativtherapie kann die Anwendung von individuell angefertigten Unterkieferprotrusionsschienen darstellen. Die Effizienz dieser Behandlung konnte in einer Vielzahl von internationalen Studien belegt werden. Ihre Anwendung bedarf der Berücksichtigung gewisser Anforderungen und Regeln hinsichtlich der Diagnostik und der oralen Voraussetzungen und sollte daher nur durch einen schlafmedizinisch qualifizierten Zahnmediziner erfolgen. Hier sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Anwendung von Unterkieferprotrusionsschienen immer eine fachärztliche Diagnostik vorangestellt und eine fachärztliche Therapiekontrolle durch einen Schlafmediziner erfolgen muss. Aufgrund der hohen Morbidität findet das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom unter den Atmungsbezogenen Schlafstörungen besondere Beachtung. In Streitkräften sollte zudem auch das Primäre Schnarchen entsprechend berücksichtigt werden, da das Schnarchen mit der daraus resultierenden Geräuschentwicklung gerade in Gemeinschaftsunterkünften den kameradschaftlichen Frieden erheblich stören kann. Auch hierfür stellt die Anwendung von Unterkieferprotrusionsschienen eine effiziente Therapieoption dar.
16:15-17:00
Prof. Dr. Florian Beuer MME, Prof. Dr. Peter Reinhard Pospiech
Schrauben, Kleben oder Zementieren von Restaurationen auf Implantaten: Ein Streitgespräch
17:00-17:15
Offene Diskussion
AKOPOM (Conclusio 1) , Prof. Dr. Dr. Urs Müller-Richter
Interdisziplinäre Arbeitskreis Oralpathologie und Oralmedizin (AKOPOM)
13:00-13:05
13:05-13:15
Innerhalb dieses Kurzreferates sollen aktuelle Aspekte der Medikamenten-assoziierten Kiefernekrose, der Neuen Substanzen sowie der primär chronischen Osteomyelitis behandelt werden.

Aus der Gruppe der Medikamenten-assoziierten Kiefernekrose werden dargestellt:
- Denosumabnekrosen (DRONJ)
- Neue Substanzen (mTor-, VEGF-, TK-Inhibitoren) der Krebstherapie
- Radium-223-dichlorid (Prostatakarzinom)
- Risiko bei Kombinationsbehandlung von Bisphosphonaten und der Neuen Substanzen.


Aus der Gruppe der primär chronischen Osteomyelitis werden Fälle dargestellt:
- Sonderformen des SAPHO-Syndroms, insbesondere:
- Juvenile chronische Osteomyelitis (JCOM) und
- Chronisch rekurrente multifokale Osteomyelitis (CRMO).


Ziel der Präsentation ist es, auf die Neuerungen innerhalb der Medikamenten-assoziierten Kiefernekrosen einzugehen und speziell die Risiken im Zusammenhang mit den Neuen Substanzen zu diskutieren. Dabei werden speziell die Kombinationsbehandlungen mit Antiresorptiva angesprochen. In dem zweiten Teil soll für das Krankheitsbild der primär chronischen Osteomyelitiden an Hand von Fällen sensibilisiert werden. Bei den primär chronischen Osteomyelitiden ist gerade eine frühe Diagnosestellung für den weiteren Therapieverlauf entscheidend und prognostisch essentiell.
13:15-13:30
Prof. Dr. Torsten Remmerbach
Mundschleimhautläsionen und Vorläuferläsionen
13:30-13:45
Veränderungen der Mundschleimhaut können (frühe) Zeichen einer Allgemeinerkrankung sein. Angefangen von Kinderkrankheiten wie Infektionen, die sich auf der Mundschleimhaut als Krankheitsbild zeigen bis hin zu schweren Allgemeinerkrankungen wie
• Erkrankungen des blutbildenden Systems
• HIV-Infektion
• Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
• Genetische Erkrankungen
• Erkrankungen des Bindegewebes
• Stoffwechselerkrankungen
• Ernährungsbedingte Störungen
zunächst als unklare Veränderungen Vorboten einer Allgemeinerkrankung sein.
Hier kann der Zahnarzt/ Stomatologe / Oralmediziner u. U. die Erstdiagnose stellen und so dem Patienten einen langen Leidensweg ersparen.
In diesem Vortrag werden die wichtigsten Allgemeinerkrankungen, die anhand oraler Veränderungen erkannt werden können, herausgestellt und Methoden zur Diagnosefindung präsentiert.
13:45-14:00
Prof. Dr. Joachim Jackowski
Leitlinie: Aphten
14:00-14:15
Dr. Harald Ebhardt
Neue WHO-Klassifikation odontogener Zysten
14:15-14:30
Prof. Dr. Dr. Siegmar Reinert
Augmentative Massnahmen in der (kompromittierten) Kieferhöhle
AK EPHV (Hotel Maritim, Saal Maritim II) , PD Dr. A. Rainer Jordan
Arbeitskreis für Epidemiologie, Public Health und Versorgungsforschung (AK EPH)
16:00-16:20
Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hat im Jahr 1989 mit der ersten deutschen Mundgesundheitsstudie den Grundstein für ein sozialepidemiologisches Monitoring der Mundgesundheit und zahnmedizinischen Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland geschaffen. Mit der nunmehr Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) werden für das Jahr 2014 aktuelle oralepidemiologische Kennziffern nach internationalen Standards der epidemiologischen Forschung vorgelegt.
Bei der DMS V handelt es sich um eine bevölkerungsrepräsentative, sozialepidemiologische Querschnittsstudie, die in vier Altersgruppen die wichtigsten mundgesundheitlichen und versorgungsepidemiologischen Kennziffern dokumentiert und diese in relevante soziodemografische und verhaltensbezogene Zusammenhänge setzt.
Neben den WHO-Altersgruppen der Kinder (12-Jährige), jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) und jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige) wurden erstmals auch ältere Senioren (75- bis 100-Jährige) und Menschen mit Pflegebedarf in die Untersuchungen einbezogen, um die zukünftigen Anforderungen der zahnmedizinischen Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in der Bevölkerung in Deutschland zu begründen. Das zahnmeizinisch-klinische Erhebungskonzept umfasste neben den Haupterkrankungen der Zahnmedizin, Karies und Parodontitis, auch die Erfassung von Mundschleimhauterkrankungen, Molaren-Inzisiven-Hypomineralisationen, Erosionen und des prothetischen Status. Die sozialwissenschaftliche Befragung schloss erstmalig eine Abfrage zur Salutogeneseorientierung ein.
Die Verknüpfung soziologischer und zahnmedizinischer Aspekte erlaubt die Erstellung von Risikoprofilen für Munderkrankungen, auf deren Basis angemessene präventive und therapeutische Betreuungskonzepte entwickelt werden können.
Der Impulsvortrag zu den Ergebnissen der DMS V bilden den Autakt eines Symposiums des Arbeitskreises für Epidemiologie, Public Health und Versorgungsforschung, in dessen weiterem Verlauf eine versorgungspolitische Einschätzung der Studienergebnisse für die zahnärztliche Praxis durch Prof. Dr. Elmar Hellwig, Freiburg, und eine Auditoriumsdiskussion (Diskussionsleitung: PD Dr. Falk Schwendicke, Berlin) folgen.
16:20-16:40
Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) ist eine bevölkerungsrepräsentative, sozialepidemiologische Querschnittsstudie, die in vier Altersgruppen - Kinder (12-Jährige), jüngere Erwachsene (35- bis 44-Jährige), jüngere Senioren (65- bis 74-Jährige) und erstmals auch ältere Senioren (75- bis 100-Jährige) und Menschen mit Pflegebedarf - die wichtigsten mundgesundheitsbezogenen und versorgungsepidemiologischen Kennziffern für die Bevölkerung in Deutschland darstellt.
Die Ergebnisse der DMS V geben einen fundierten Einblick in den Mundgesundheitszustand der Bevölkerung in Deutschland. Aus den Entwicklungen von der Ersten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS I) von 1998 bis zur aktuellen, fünften Auflage lassen sich langfristige Trends ableiten, die auch einen Ausblick in die zukünftigen zahnärztlichen Versorgungsbedarfe geben.
Der Paradigmenwechsel in der zahnärztlichen Versorgung ("Vorsorgen" statt "Versorgen") hat in der jüngeren Bevölkerung zu einer deutlich verbesserten Mundgesundheit geführt und erfordert damit auch im Praxisalltag ganz andere Betreuungsschwerpunkte. Die in der DMS V untersuchten jüngeren Erwachsenen sind die erste erwachsene Altersgruppe, die während ihres Kindes- und Jugendalters nachhaltig von der Individual- und Gruppenprophylaxe profitiert haben. Wie wird sich diese Präventionsorientierung in der Zahnmedizin auf die ambulante Versorgung auswirken?
Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung ist der erste Schritt zu einer aufsuchenden zahnärztlichen Betreuung von Menschen in Pflegeheimen getan. Welche Versorgungsbedarfe ergeben sich damit für die zahnärztliche Praxis in der Zukunft und wie kann eine nachhaltige zahnärztliche Betreuung von Menschen mit Pflegebedarf überhaupt organisiert werden?
16:40-17:00
Zur Vertiefung und weitergehenden Interpretation der Erkenntnisse aus der DMS V ist anschließend an die Impulsvorträge eine Diskussion mit dem Auditorium geplant. Hierbei sollen in Interaktion mit den Referenten jene Aspekte beleuchtet werden, in denen die Akteure aus der Versorgung, der Standespolitik und der Wissenschaft Handlungsbedarf sehen bzw. Wissenslücken, auch zu Versorgungsmodellen, identifizieren. Es ist weiterhin geplant, die Inhalte der Diskussion und Kerninhalte der Vorträge in einem Positionspapier darzulegen.
Samstag, 12.11.2016
AK Geschichte (Conclusio 1) , Dr. Wibke Merten
Arbeitskreis Geschichte der Zahnheilkunde (AKGZ)
09:00-09:15
Dr. Wibke Merten
Entwicklung und Zukunft des Arbeitskreises Geschichte der Zahnheilkunde
09:15-10:00
Tutanchamun war ein altägyptischer Pharao der 18. Dynastie (Neues Reich). Die Mumie des Königs wurde durch ihre spektakuläre Entdeckung durch Howard Carter (1922) weltberühmt. Medizinische und insbesondere radiologische Untersuchungen gaben Aufschluss über Körperbau und Gebrechen Tutanchamuns. Sein Gebiss war in vergleichsweise gutem Zustand und ermöglichte in der Zusammenschau mit anderen Befunden eine Altersschätzung zum Zeitpunkt des Todes von ca. 19-20 Jahren. Bezüglich der Kieferrelation wurde bislang neben einer maxillären Prognathie auch eine mandibuläre Retrognathie diskutiert. Unsere kephalometrische Untersuchung kommt zusammen mit dem klinischen Aspekt des frontalen Engstandes im Unterkiefer zu dem Befund einer mandibulären Retrognathie. Darüber hinaus sind retinierte Weisheitszähne und eine inkomplette isolierte mediane Gaumenspalte präsent. Die ermittelte Kieferrelation weicht von den idealisierten Portraitartefakten, die den Pharao im Stil der Amarna-Zeit abbilden, deutlich ab.
10:00-10:45
Die Geschichte der Zahnarztfamilie Sauerwein aus Trier und das
Prophylaxebüchlein des "Sauerweins Zahnärztlichen Institutes" in 2
Auflagen 1911 und 1914.

1. Die Geschichte der Zahnarztfamilie Sauerwein.
1895 entschloß sich die Ehefrau eines Tischlers, Josefine Sauerwein,
geborene Lauterbach, aus Trier einen 6-Wochenkurs in einem
zahnärztlichen Ausbildingsinstitut ("Erste Berliner Lehranstalt P.
Volland") zu belegen, um die Befähigung zur Ausübung der "Zahnheilkunde
und Zahntechnik" zu erhalten. Die Berliner Vollandsche Lehranstalt war
ein privates Institut mit staatlicher Anerkennung. Die staatliche
Anerkennung wude ab 1890 nach Einführung des vollgültigen
Universitätsfaches Zahnmedizin erteilt. Das entsprechende Lehrzeugnis
vom 18. April 1895 des Vollandschen Institutes in Berlin versetzte sie in
die Lage, eine zahnärztliche Praxis oder "Zahnärztliches Atelier" wie es
damals hieß, zu eröffnen. Für eine Frau (zudem Ehefrau eines Tischlers)
war der Entschluß, als Zahnkünstlerin ein zahnärztliches Atelier zu
eröffnen, in den 90-er Jahren des 18. Jahrhunderts und zudem im
stockkatholischen Trier etwas ganz Außergewöhnliches. Der Ehemann,
Tischler und Sargmacher, hatte bei einer vorausgegangenen
Choleraepidemie in Trier ein Vermögen gemacht und konnte den nicht
unerheblichen Betrag für den 6-Wochenkurs aufbringen. Das Ehepaar
Sauerwein hatte 2 noch nicht erwachsene Söhne, die in Trier ohne Mutter
versorgt werden mußten, was seinerzeit stark kritisiert wurde:
Peter Sauerwein, der Ältere, wurde nach abgeschlossener Dentistenlehre
Dentist.
Nikolaus Sauerwein studierte in Bonn (Examen 1909) und erhielt unter dem
noch jungem Professor Dr. Alfred Kantorowicz, der gerade Direktor der
Universitätszahnklinik Bonn geworden war, 1921 als einer der ersten
Zahnärzte in Deutschland den Titel "Dr. med. dent.".
Dr. Nikolaus Sauerwein war der Vater von Professor Dr. Ernst Sauerwein.
10:45-11:30
In der Bucht von Chuuk in Mikronesien liegt das Wrack des japanischen U-boot Tenders Heian Maru in ca. 35 Meter Wassertiefe. Das ehemalige Passagierschiff wurde 1944 im Pazifikkrieg bei der "Operation Hailstone" von amerikanischen Flugzeugen versenkt. Nun liegt sie, umgeben von mehr als fünfzig anderen Wracks, der "Ghost Fleet", in der Lagune von Chuuk. Schon vor einem Jahr meinte ein amerikanischer Zahnarzt in dem Wrack einen zahnärztlichen Tretbohrer gesehen zu haben. Die Geschichte von der Zahnarztpraxis der "Ghost Fleet" war geboren. Dem gingen der Tauchlehrer David Stover und ich im Sommer 2016 nach. Nach längerem Suchen in der Dunkelheit und Enge des 163 Meter langen Schiffes, vorbei an Torpedos und Munition fanden wir das Artefakt wieder. Die Lage des gefundenen Objektes konnte später anhand der Schiffsbaupläne identifiziert werden. Es liegt in unmittelbarer Nähe der Krankenstation. Die Experten für alte zahnärztliche Instrumente des "Arbeitskreises für Geschichte der Zahnheilkunde" waren überwiegend der Ansicht, das es sich um eine zahnärztliche Tretbohrmaschine handelt. Die Geschichte von der Zahnarztpraxis in der Heian Maru konnte so bestätigt werden.
11:30-12:15
Geradezu beispielhaft nutzte Walter Hoffmann Axthelm wie viele seiner ärztlichen Kollegen auch durch Gehorsam und unbedingte Loyalität dem nationalsozialistischen Regime gegenüber die Zeit zwischen 1933 und 1945, um seine berufliche Karriere voranzutreiben. Nach einem zögerlichen Start 1933 als NSKK Standartenzahnarzt und niedergelassener Zahnarzt in Perleberg waren die späteren Stationen seines Aufstiegs Berlin, Görden und Hohenlychen. Außerdem profilierte er sich als Assistent Karl Schuchardts persönlich bei der Mitbehandlung prominenter Parteigrößen wie Hermann Göring und Martha Goebbels. Interkollegiale Kontakte zu führenden Chirurgen der Zeit wie Waßmund, Axhausen und Rosenthal führten ihn berufsbedingt auf einen weit "rechteren Pfad" und nicht in die innere Abkehr vom Nationalsozialismus. Noch während des Krieges begann Walter Hoffmann Axthelm in Berlin Humanmedizin zu studieren und damit eine Grundlage für sein berufliches Vorwärtskommen zu bilden. Seine Aufmerksamkeit in dieser Zeit galt mehr der eigenen Person, seinem Beruf und weniger seinen vom Regime verfolgten Kollegen. Einem Abwerbungsversuch der obersten SS-Spitze anlässlich der "4. Arbeitstagung Ost der beratenden Wehrmachtsärzte" im Mai 1944 im SS-Lazarett Hohenlychen hielt er stand, weil seine Furcht, offizieller Nutznießer nationalsozialistischer Politik zu sein, wohl doch zu groß war. Dieser Entschluss hielt ihn aber in letzter Konsequenz nicht davon ab, zum Ende des Krieges ihm persönlich nahestehende SS-Offiziere und hohe Regierungsbeamte in seinem Haus in Perleberg vor der herannahenden Sowjetarmee zu verstecken. Noch im Januar 1945 verlegte er verletzte und traumatisierte Wehrmachtssoldaten vom Kriegslazarett 133 in Berlin Tempelhof in seine letzte Wirkungsstätte, das Kriegslazarett in Görden, welches mit Beginn der "Aktion T4" bei der "Problembewältigung" des Regimes mit traumatisierten Wehrmachtsoldaten eng mit der dortigen Landesanstalt zusammenarbeitete. Und im April 1945 schickte er als Soldat und Arzt ungebrochen loyal dem Regime gegenüber, Verwundete zurück zum Kriegseinsatz.
Nach dem Krieg setzte Hoffmann Axthelm 1948 seine ärztliche Karriere unter Rosenthal an der Berliner Charité ungehindert fort und legte den Grundstein zu einer späteren Karriere als Medizinhistoriker.
12:15-12:30
Dr. Wibke Merten
Mitgliederversammlung und Wahlen
IAZA - Intraoperative Schmerzausschaltung für zahnmedizinische Behandlungen im Alter (Conclusio 2) , Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer, Prof. Dr. Grietje Beck
Interdisziplinärer Arbeitskreis für Zahnärztliche Anästhesie (IAZA)
13:00-13:30
13:30-14:00
Prof. Dr. Grietje Beck
Sedierung oder Narkose?
14:00-14:30
Mitgliederversammlung und Wahlen
AK Ethik (Hotel Maritim, Saal Maritim II) , Prof. Dr. mult. Dominik Groß
Arbeitskreis Ethik in der DGZMK (AK Ethik)
09:00-09:20
Verleihung des "Dental Ethics Award" der DGZMK an Dr. Bernd Oppermann, Hildesheim
09:20-09:55
Entscheidungsfindung in klinischen Fällen mit ethischem Klärungsbedarf
Dominik Groß

Grundsätzlich gibt es fünf Wege, auf denen man in einem ethisch heiklen klinischen Fall zu einer Entscheidung gelangen kann:
(1) Man trifft eine zufällige Entscheidung oder man schiebt diese so lange auf, bis sich durch 
die Faktizität der Ereignisse eine "Lösung" ergeben hat. In diesen Fällen wird mithin gar kein Entscheidungsverfahren zugrunde gelegt - vielmehr regiert der Zufall (akzidentelle Entscheidungsfindung). 

(2) Man entscheidet in Dilemmafällen per "Bauchgefühl", vertraut also auf die eigene Intuition (intuitive Entscheidungsfindung). 

(3) Man entscheidet auf der Grundlage von Traditionen oder Konventionen, d.h. man stellt die Frage, wie man das Problem früher gelöst hat oder wie ähnliche Fälle "gemeinhin" gehandhabt werden (konventionelle Entscheidungsfindung).
(4) Man delegiert die Entscheidung an einen älteren und/oder erfahreneren Kollegen; dieser erteilt einen Rat, der dann die Entscheidungsgrundlage liefert (konsultative Entscheidungsfindung). 

(5) Man entscheidet eigenverantwortlich und reflektiert auf der Grundlage ethischer Prinzipien (prinzipien- oder wertebasierte Entscheidungsfindung). 

Modernen professionellen Ansprüchen genügt nur der fünfte Weg - also die prinzipienbasierte Entscheidung nach ethischer Fallanalyse. Ebendiese Herangehensweise steht im Mittelpunkt des Vortrages. Dabei wird anhand konkreter Kasuistiken verdeutlicht, (1) wie Zahnärzte Fälle mit ethischem Konfliktpotenzial von anderen fachlich oder rechtlich herausfordernden Fällen zuverlässig unterscheiden können, (2) welche ethischen Kriterien auf den konkreten Fall anzuwenden sind und (3) welche Rahmenbedingungen und Vorgehensweisen sich für die Analyse konflikthafter Fälle bewährt haben.
09:55-10:30
Eine zahnärztliche Leistung, die aufgrund ihrer (vermeintlich) fehlenden Evidenz nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehört und seit Jahren insbesondere zwischen Kostenträgern und Zahnärzteschaft kontrovers diskutiert wird, ist die Professionelle Zahnreinigung (PZR).
Im Vortrag wird an diesem Beispiel die Frage erörtert, welche Rolle der Evidenzbasierten Medizin bzw. Zahnmedizin (EbM/EbZ) bei der fachlichen Beurteilung und leistungsrechtlichen Einordnung zahnärztlicher Methoden und Verfahren zukommen sollte und welche anderen Einflussgrößen - auch aus ethischer Sicht - in die Entscheidungsprozesse hineinwirken. Provokant gefragt: Dient die EbZ tatsächlich dem Wohle des Patienten oder stellt sie hingegen eher eine paradigmatische Fessel dar?
10:30-11:30
Pause
11:30-12:00
Komplexe Therapien bergen diverse klinische und ethische Stolpersteine.
ZahnmedizinerInnen sollen einerseits den Patientenwillen respektieren, müssen sich andererseits jedoch davor hüten, wunscherfüllende Zahnmedizin zu betreiben.
Zudem sehen sie sich bei aufwendigen Therapien gelegentlich dem Vorwurf der Überbehandlung ausgesetzt und gehen das Risiko der Überforderung des Patienten und - in der Folge - eines Behandlungsabbruchs ein.
Dieser Vortrag soll für die angesprochene Problematiken sensibilisieren und Hilfestellung bei deren Einordnung und Bewältigung geben.
12:00-12:30
Dr. Dr. Mike Jacob
Beschwerdemanagement in der Behandlung - ein klinischer Pfad unter Aspekten der Prinizipienethik
DGCZ - Sektion Informatik (Hotel Maritim, Saal Maritim III) , Prof. Dr. Bernd Kordaß
Deutsche Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde e.V. (DGCZ)
09:00-09:15
Die minimalinvasive Behandlung nimmt in unserem zahnärztlichen Tätigkeit einen hohen Stellenwert ein. Seit der Einführung der Adhäsivtechnik und Kompositmaterialien besteht die Möglichkeit, Zahnhartsubstanzdefekte unter Schonung der Restzahnsubstanz zu behandeln. Eine spezielle Art dieser Strategie ist das Wiederherstellen der okklusalen Morphologie bei Patienten mit stark abradierten oder erodierten Zähnen. Diese Behandlungsweise ist bisher gekennzeichnet durch einen hohen zeitlichen und technischen Aufwand mit vielen Behandlungsschritten.
Mit Hilfe der CAD/CAM Technologie ist es nun möglich, diese "okklusale Rehabilitation" unter Einbeziehung des digitalen Workflows komplett abzubilden. Dazu tragen die gesteigerten Fähigkeiten der digitalen Intraoralscanner ebenso bei, wie die Weiterentwicklung von CAD Software (Biogenerik, virtuelle Artikulation), Schleifsoftware und CAD/CAM Materialien.
Im Vortrag wird der grundsätzliche klinische Ablauf der okklusalen Rehabilitation mit CEREC und allgemeine minimalinvasive Grundsätze gezeigt. Zusätzlich werden Material- und Herstellungsparameter diskutiert.
09:15-09:30
Ziel:
Die digitale Abformung mit intraoralen Scansystemen ist der konventionellen Abformtechnik bereits heute in zahlreichen Punkten deutlich überlegen. Es besteht die Möglichkeit, intraorale Scansysteme für diagnostische Fragestellungen im Sinne eines Vergleichs von dreidimensionalen Oberflächen einzusetzen. Das Potential sowie mögliche Einsatzgebiete für dieses Konzept werden anhand zahlreicher klinischer Fallbeispiele vorgestellt.

Material und Methode:
Das Konzept umfasst den Einsatz eines intraoralen Scansystems (CEREC Omnicam) mit der Differenzanalyse Software Oracheck (Cyfex). Die intraorale Situation wird zu einem Anfangszeitpunkt (baseline) und einem Nachuntersuchungszeitpunkt (follow-up) dreidimensional erfasst. In der Differenzanalyse Software wird zunächst eine automatisierte Datenüberlagung von baseline und follow-up Scan durchgeführt. Anschließend werden mittels spezieller Analysetools quantifizierbare Auswertungen selektiv erfasster Regionen in Hinblick auf die jeweilige Fragestellung vorgenommen.

Ergebnisse:
Die Genauigkeit für den Matchingprozess der OraCheck Software wurde mit < 1µm bestimmt (n = 10, Ganzkieferscans, CEREC Omnicam). Zahlreiche klinische follow-up Situationen wurden ausgewertet und erste klinische Beispiele für dieses Konzept werden vorgestellt: (1) Beurteilung Resorptionsvorgänge nach Extraktion und socket-preservation Technik vor Implantation; (2) Beurteilung Abrasion/Erosion dentaler Hartsubtanzen; (3) Beurteilung Abrasion verschiedener Restaurationsmaterialien; (4) Beurteilung Gingivaveränderungen wie z.B. Rezession und Ausformung Emergenzprofil um Implantate; (5) Beurteilung kieferorthopädische Fragestellungen wie z.B. Stabilität Retentionsphase, Ausmaß Zahnbewegung nach Alignertherapie (Rotation und Translation).

Schlussfolgerung:
Die digitale dentale Diagnostik mit intraoralen Scanystemen ermöglicht eine objektive und quantifizierbare Detektion verschiedenster dentaler Veränderungen. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten im Sinne einer verbesserten Patientenkommunikation und möglicherweise neuartige Therapiekonzepte im Sinne einer verbesserten Patientenversorgung.
09:30-09:45
Oliver Hartkamp
Drei digitale Verschleißanalyse-Programme im Vergleich
09:45-10:00
Ziel der Untersuchung: Alternativ zur konventionellen Abformung kann heute durch Intraoralscanner digital abgeformt werden. Dadurch lässt sich bei kleinen Restaurationen die klinische Genauigkeit konventioneller Abformungen bereits erreichen. In Bezug auf Ganzkieferscans liegen jedoch keine klinischen Studien vor, welche die Richtigkeit der digitalen Abformung intraoral vermitteln. Ziel dieser Studie war es, die Richtigkeit einer konventionellen und drei digitalen Abformungen der gesamten Zahnreihe in vivo zu untersuchen.

Material und Methode: Bei insgesamt 50 Probanden wurden drei verschiedene intraorale Scans -Cerec Omnicam (Sirona Dental Systems GmbH, Österreich), True Definition (3M, USA), cara Trios (Heraeus Kulzer, Deutschland) - sowie eine konventionelle Abformung (Impregum Penta Soft (3M Espe, USA)) der Unterkieferzahnreihe angefertigt. Daraus erstellte Gipsmodelle wurden anhand einer Koordinatenmessmaschine Rapid (Thome Präzision GmbH, Deutschland) vermessen. Als Referenzpunkte wurden vier Metallkugeln mithilfe einer Positionierungsplatte auf die Zähne der Probanden fixiert. Die Vermessung und Überlagerung der digitalen sowie konventionellen Modelle erfolgte nach einem best-fit Algorithmus durch die GOM Inspect Software (GOM, Deutschland). Es wurden Distanzmessungen zwischen den aufgebrachten Kugeln, Winkelberechnungen zwischen virtuell erzeugten Ebenen sowie Flächenvergleiche durchgeführt. Die Ergebnisse wurden durch eine Analysesoftware ausgewertet, das Signifikanzniveau wurde auf 5% (p < 0,05) festgelegt.

Ergebnisse: Die Abweichungen der Abstandsmessungen der Kugeln reichten für die konventionelle Abformung von 17 ± 12 µm bis 43 ± 30 µm, für die digitalen Abformungen von 23 ± 14 µm bis 828 ± 265 µm. Die Winkeländerungen ergaben für die konventionelle Abformung 0,07 ± 0,07 ° und für die digitalen Abformungen 0,06 ± 0,07 ° bis 0,28 ± 0,21 °. Der Vergleich der mittleren Abweichung der Flächenüberlagerungen ergab im Mittelwert für die konventionelle Abformung 15 ± 4 µm, für die digitalen Abformungen 23 ± 9 µm bis 214 ± 38 µm. Bei den Distanzmessungen sowie den Flächenvergleichen wies die konventionelle Abformmethode signifikant genauere Ergebnisse als die digitalen Abformungen auf.

Zusammenfassung: Durch die konventionelle Abformung lassen sich die genauesten Ergebnisse mit der geringsten Dimensionsänderung in Bezug auf Ganzkieferabformungen erzielen.
10:00-10:15
Ziel: Bei der Herstellung von dentalen Restaurationen im CAD/CAM Prozess haben mehrere Faktoren Einfluss auf die erzielbare Passgenauigkeit der Restauration. Neben der Scangenauigkeit bei der Erfassung der Daten ist die Genauigkeit, mit der die digitale Restauration durch den Schleifprozess umgesetzt werden kann, relevant. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung aktueller Schleifprozesse und -verfahren auf ihre Genauigkeit in der Umsetzung digitaler Restaurationen.

Material und Methode: Für die Untersuchung wurden 30 klinische Präparationen mit verschiedenen Präparationsformen (Inlays, Kronen, Teilkronen, je n = 10) ausgewählt und zugehörige Restaurationen konstruiert. Alle Restaurationen wurden mit verschiedenen Schleifprozessen aus Glaskeramik gefertigt: a) Gruppe IMES: CORiTEC 450i (imes-icore, Deutschland), b) Gruppe MCXL: inLab MC XL mit 2-step Schleifmodus, c) Gruppe MCXL-EF: inLab MC XL mit extrafein Schleifmodus (beide DentsplySirona, Deutschland). Die geschliffenen Restaurationen wurden gescannt und als digitaler Datensatz mit den ursprünglich berechneten Restaurationsoberflächen verglichen. Die lokalen Abweichungen wurden mit Hilfe einer Analysesoftware erfasst, das (90% - 10%)/2 Perzentil wurde berechnet und die Ergebnisse mit Hilfe einseitiger ANOVA und post-hoc Scheffé Test auf statistische Unterschiede untersucht.

Ergebnisse: Die Innenflächen der Gruppen IMES (33.9 ± 16.3 µm) und MCXL-EF (34.4 ± 7.5 µm) zeigten weniger Abweichungen als die der Gruppe MCXL (62.1 ± 17.1 µm). Auf den Okklusalflächen zeigte Gruppe MCXL-EF (25.7 ± 9.3 µm) signifikant weniger Abweichungen als Gruppe MCXL (48.7 ± 23.3 µm).

Zusammenfassung: Mit der 4-achs Maschine inLab MC XL konnten im extrafeinen Schleifmodus vergleichbare Ergebnisse wie in Gruppe IMES mit einer 5-achs Maschine erzielt werden, bei gleichzeitig kürzerer Schleifzeit.
10:15-10:30
Behandlungsdaten aus der zahnärztlichen Praxis gewinnen zunehmend Bedeutung. Practice Based Research (PBR) Studien (z.B. Ceramic Success Analysis der AG Keramik), Studien zur Qualitätsförderung und Publikationen der Versorgungsforschung nehmen Bezug auf Ereignisanalysen zahnärztlichen Handelns. Vertragspartner wie z.B. die Barmer-GEK nutzen Routinedaten um in Sekundärdatenanalysen die Wirksamkeit zahnärztlicher Behandlung zu evaluieren. Mit Hilfe eines neu entwickelten Softwaretools (Dentareport) wird der niedergelassene Zahnarzt in die Lage versetzt, seine eigene Behandlung auf Ereignisse zu untersuchen und seinerseits die Wirksamkeit seiner Behandlung einzuschätzen. Die Software erstellt Werte und Grafiken. Sie setzt diese in Beziehung zu Ergebnissen aus publizierten Studien. Sie macht den Zahnarzt zum Experten für seine Praxisdaten. Dies ist die Grundlage eines erweiterten Qualitätsmanagements in der Praxis.
10:30-11:00
Posterbegehung in der allg. Posteraustellung / Pause
Dr. Elke Kröger
3D-gedruckte Simulationsmodelle basierend auf realen Patientensituationen zur praktischen Ausbildung von Studierenden
Holger Kämpe
Genauigkeit einer indirekten und zwei direkten digitalen Abformmethoden - Eine vergleichende in vivo Studie
Ufuk Adali
Mikrostomie - Analoge Probleme digital gelöst
11:00-11:15
Dr. Sigmar Schnutenhaus M.Sc.
Reproduzierbarkeit der Auswertung von DVTs: Klinische Studie zum inter- und intrapersonellen Fehler bei der Bestimmung des Knochenverlaufs
11:15-11:30
PD Dr. Karl Martin Lehmann
Methode zur Evaluation der Parallelität von Wachswall und Bipupillarlinie bei der Anfertigung einer Totalprothese im Oberkiefer
11:30-11:45
Dr. Sebastian Ruge
Überblick über Systeme zur virtuellen Artikulation und Perspektiven für den digitalen Workflow
11:45-12:00
Prof. Dr. Bernd Kordaß
Instrumentelle zahnärztliche Funktionsanalyse mit digitalen Systemen - Konsequenzen der neuen s2k-Leitlinie für die zahnärztliche Praxis
12:00-12:30
Posterbegehung in der allg. Posteraustellung / Pause
Lauren Oliveira Lima Bohner
Influence of exposure parameters from cone-beam computed tomography on assessment of bone thickness surrounding dental implants
Systematische und zielgerichtete Funktionsanalysen spielen bei der Behandlung von Patienten in der Zahnmedizin sowie in der Zahntechnik immer häufiger eine bedeutende Rolle. Es wird versucht sich den Fragestellungen anzunehmen, die oft über die bekannten Aspekte des individuellen Kauverhaltens und der Okklusion hinausgehen. Dies erfordert eine Bandbreite von Patientendaten und -informationen, die unter anderem auch digital, mit Hilfe von Bewegungs- oder Myografie-Registriersystemen wie beispielsweise dem "Jaw Motion Analyser" (Fa. zebris Medical, D-Isny), erfasst und gespeichert werden. Die Analyse solcher Daten erfolgt dann mittels geeigneter Software.
Ein solches Programm, welches eine Reihe verschiedener Analysetools bezüglich der Bewegungsmuster und der Elektromyografie bietet, ist "JawReports". So können die Bewegungsbahnen unterschiedlich festgelegter Punkte (z.B. Inzisalpunkt, linker und rechter Kondylus) hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit oder aber Art der Bewegung (Öffnen/Schließen) in verschiedenen Perspektiven dargestellt und in Beziehung mit der Muskelaktivität der über Oberflächen-EMG messbaren Kaumuskulatur gebracht werden. So gibt es die Möglichkeit eine virtuelle, zum Oberkiefer parallele Ebene zu konstruieren, deren Höhe innerhalb der realen Auslenkungen variabel ist. Die Schnittpunkte der Ebene mit den Bewegungsschleifen zeigen die Varianbilität der betrachteten Bewegungsmuster.
Spezialisierte Methoden ermöglichen die Untersuchung der Kondylenbahnen bei verschiedenen Bewegungsarten. So können beispielsweise Rotation und Translation der Kondylenbewegung einander gegenübergestellt oder der Verlauf der Kondylenachse analysiert werden. Darüber hinaus lässt sich approximativ mittels Regression eine Funktion für die individuelle Kondylenbahn sowie deren Länge bestimmen.
Neben grafischen Darstellungen können auch statistische Daten berechnet werden. Diese können dann genutzt werden, um entweder eine geeignete Funktionstherapie in die Wege zu leiten oder aber den Erfolg einer Therapie zu quantifizieren bzw. zu bewerten
Untersucht wurde bei dieser in vivo Studie die Okklusionsberechnung virtueller Modelle mit der Cerec Omnicam (Sirona, 2012). Durch die Entwicklung eines puderfreien, intraoralen Aufnahmegerätes konnten klinische Kontaktpunkte mit virtuellen, vom Cerec System berechneten Kontaktpunkte verglichen werden.
Bei einer klinischen Fallzahl von 68 Einzelzahnrestaurationen konnten folgende Ergebnisse aufgezeigt werden:
1. Durchschnittlich wurden ein Zahn distal und 2,8 Zähne mesial des zu restaurierenden Zahnes mit deren kompletter Okklusionsfläche gescannt.
2. Je weiter anterior der zu restaurierende Zahn lag, umso mehr Zähne wurden gescannt.
3. Die Versorgungsart bei der Einzelzahnversorgung (Inlay oder kauflächenbedeckende Kronen) machte in der Genauigkeit der Berechnung keinen Unterschied.
4. Die Anzahl der klinischen (realen) Kontaktpunkte stimmten mit der vom Cerec System berechneten (virtuellen) Kontaktpunkte im Prämolarengebiet überein. Geringe Diskrepanzen bei der Anzahl der Kontaktpunkte bestanden in der Frontzahnregion, gefolgt von der Molarenregion. Diese Werte sind unabhängig von der Lokalisation der hergestellten Restauration.
5. Bei Restaurationen im Frontzahngebiet mussten die Kontaktpunkte der hergestellten Restauration am ehesten eingeschliffen werden. Die okklusal beste Passgenauigkeit findet sich bei Restaurationen in der Molarenregion. In der Prämolarenregion kann am ehesten mit einer Infraokklusion gerechnet werden.
DGAZ - Der schwierige Patient in der Beratung (Conclusio 2) , Dr. Dirk Bleiel
Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ)
15:00-15:20
ZA Torben Wenz
Ein Anamnesebogen für alle Patientengruppen?
15:20-15:40
Prof. Dr. Ina Nitschke
Therapieentscheidung mit älteren Patienten
15:40-16:00
Dr. Cornelius Haffner
Was gibt es Neues für die aufsuchende Behandlung?
16:00-16:20
Zahnmedizinische Fachangestellte im Fokus der Seniorenpraxis

Durch den demographischen Wandel werden zukünftig immer mehr alte und sehr alte Patienten zahnmedizinisch und wirtschaftlich im Mittelpunkt der Praxis stehen. Dadurch ergeben sich für die Praxis einschneidende Veränderungen, die neue Konzepte in der Zukunft erfordern.
Wie kann ich Senioren binden und medizinisch sinnvoll behandeln?
Eine zentrale Bedeutung hat dabei das zahnmedizinische Team, zum Beispiel in der Prophylaxe: Gut gehende Praxen generieren rund 30 Prozent ihres Umsatzes aus Prophylaxe-Positionen. Die medizinische Sinnhaftigkeit ist eindrucksvoll belegt, warum dann nicht auch bei unseren Senioren?
Ist nicht gerade Seniorenzahnmedizin der Schrei nach Prophylaxe? So schnell können wie gar nicht bohren und füllen, wenn kein Vorsorgekonzept etabliert ist, das die Mundhygiene dieses Klientels stabilisiert. Ein Beispiel für mögliche, sehr positive Impulse in der Praxis bei der die Kernkompetenz der zahnmedizinischen Prophylaxemitarbeiter/in gefragt ist.
Vorgestellt werden unter anderem Schulungsmöglichkeiten, angepasste Mitarbeiterprogramme und einfach umzusetzende Praxiskonzepte, um den Senioren nicht nur gerecht zu werden sondern vielleicht sogar eine "Wohlfühl-Atmosphäre" zu schaffen.
Von der Lesebrille über die strukturelle Barrierefreiheit -auch in unseren Köpfen- bis zum motivierenden Interview. Wie kann ich den Senior gewinnen und überzeugen, Prophylaxe zu betreiben und regelmäßig die Praxis zu besuchen: Eine schwierige, aber lösbare Aufgabe für das zahnärztliche Team.
16:20-16:40
Prof. Dr. Christoph Benz
Welche Ziele sollten Zahnärzte bei Berücksichtigung des demographischen Wandels verfolgen?
AKEPZ (Conclusio 1) , Prof. Dr. Kurt Werner Alt
Arbeitskreis Ethno- und Paläozahnmedizin der DGZMK (AKEPZ)
14:00-14:25
Gesundheit und Krankheit, unser Konsumverhalten und zahlreiche Zivilisationskrankheiten sind eng mit unserer evolutiven Entwicklung (Natur) verknüpft sowie entscheidend durch unsere Lebensweise und Lebensbedingungen (Kultur) diktiert. Die biologische Anthropologie untersucht auf der Basis biohistorischer Quellen (Überreste von Tieren, Menschen, Pflanzen) mittels morphologischer, genetischer, biogeochemischer und bildgebender Verfahren die Lebensverhältnisse der Vergangenheit bis zurück in die Frühzeit der Menschheitsgeschichte vor 2,5 Millionen Jahre. Die Fortschritte in den Lebenswissenschaften und die technische Revolution bei der Bildgebung bis hin zur Nanoebene generieren z.B. aus biogenen Archiven wie Knochen und Zähnen Daten und Modelle, die Auskunft über die Struktur und Dynamik früherer Bevölkerungen, das Mobilitätsverhalten, die wirtschaftliche und soziale Situation der Menschen und ihr genetisches Profil liefern. Diese Hinweise beinhalten auch zahllose Informationen zu medizinrelevanten Themen und Lebensbereichen. Die Bedeutung dieser Forschung auch für die Klinik und Praxis beginnt sich im Sinne einer Evolutionären Medizin langsam durchzusetzen. Unser Veranstaltungsblock thematisiert die Möglichkeiten und Grenzen einer klinischen Dentalanthropologie und erläutert dies am Beispiel Okklusion.
14:25-15:00
Anthropology is the study of the cultural and biological diversity of humans. Dental anthropology is the study of teeth in a perspective of the cultural and biological diversity of humans beyond clinical science. Clinical dental anthropology is the study of relevance of dental anthropology for clinical dentistry in light of multidisciplinarity, multiculturalism and globalisation. Department of dental anthropology was established in 1966 at School of Dental Medicine University of Zagreb. School of Dental Medicine is one of the few dental schools in the world with a department of this kind. For a dental anthropology as a primary scientific area it is a challenge to find an own place in a profit driven contemporary dentistry. During the last 50 years this department was trying to build its national and international reputation in combining science and clinics by developing clinical dental anthropology. This will be a story about our past, present and future.
15:00-16:00
Pause
16:00-16:30
Die Vorstellungen über die Okklusion waren und sind noch heute vielfach von theoriebelasteten Vorstellungen und idealisierten Modellen geprägt. Die Überlegungen und Vorgaben vor allem der Gnathologie haben in dieser Hinsicht auf uns bis heute prägend gewirkt. Dabei hat es in der Vergangenheit nicht an Versuchen gefehlt, die Vorstellungen über die Okklusion von idealisierten Konstrukten zu befreien und die Physiologie der Okklusion, d.h. des Okkludierens ohne vorgefertige Prämissen, also vorbehaltlos zu studieren.
Ziel des Vortrags ist es, im Kontrast zu okklusalen Dogmen relevante klinisch-experimentelle Untersuchungen sowie Querschnittsstudien zur Physiologie der Okklusion vorzustellen und ihre Bedeutung für die Entwicklung eines zeitgemäßen Verständnisses zur Okklusion zu erläutern.
16:30-17:00
Die primäre evolutionäre Aufgabe von Zähnen ist die mechanische Aufbereitung von Kost als initialer Prozess der Energieaufnahme. Hierzu hat sich über viele Millionen Jahre durch permanente Adaptation im gesamten Kauapparat ein dynamischer Funktionskomplex in Abhängigkeit von den evolutionär-anatomischen Vorbedingtheiten herausgebildet. Während der gesamten Lebensspanne eines Individuums verändert sich unser Mastikationssystem. Dabei spielt die permanente mechanische Beanspruchung eine wichtige Rolle. Mit einer großen Präzision, passt sich die Okklusion im Laufe eines Lebens ständig an die gegebenen Spannungszustände im Gebisssystem an, ganz ähnlich wie bei mechanischen Teilen von Maschinen, die sich in ihrer Form einem Bewegungsmuster angleichen und durch Einschleifen und Verformung in Abhängigkeit der beteiligten Materialien reagieren.
Okklusale Bewegungsmuster lassen sich im Detail direkt aus den Abnutzungsmustern der Zahnoberflächen herauslesen. Mittels virtueller Vermessung der okklusalen Bewegung und der Finite Elemente Analyse lassen sich verschiedene Belastungsszenarien simulieren. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass u.a. der scheinbar unvermeidbare Verlust von Zahnhartsubstanz auf den Zahnkronen im Laufe der Evolution zu funktionalen Kompensationsmechanismen im Kauapparat führte.
In dem Beitrag werden aus paläontologischer Sicht funktionale Zusammenhänge und integrative Untersuchungsansätze zur Okklusionsdynamik dargestellt.
17:00-17:30
In der modernen Zahnmedizin gelten die Höcker der Prämolaren und Molaren - unabhängig vom Alter des jeweiligen Trägers - als eine unabdingbare Voraussetzung für eine gute und korrekte Okklusion. Alle Hartgewebsveränderungen auf den Kauflächen der Zähne werden prinzipiell als pathologisch bezeichnet. Unsere Beispiele der Okklusionsverhältnisse bei frühen Hominiden, prähistorischen und historischen Vorfahren des modernen Menschen sowie bei rezenten indigenen Gruppen machen jedoch deutlich, dass die Zahnabrasion einen normalen physiologischen Vorgang darstellt, der im Laufe des Lebens die Okklusalflächen der Zähne immer mehr einebnet. Wir plädieren dafür, die normalen Abrasionsverhältnisse im Gebiss, die heutzutage aufgrund unserer modernen Lebensweise ausbleiben - als einen physiologischen Vorgang zu verstehen. Das Ausbleiben bzw. die Ignoranz des Phänomens Abrasion kann zahlreiche zahnrelevante Auswirkungen im Gebiss haben.
AG ZMB (Hotel Maritim, Saal Maritim III) , Prof. Dr. Andreas Schulte
Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (AG ZMB) in der DGZMK (AG ZMB)
13:30-13:35
13:35-14:00
Prof. Dr. Andreas Schulte
Vorgehen bei Patienten mit geistiger Behinderung im Rahmen der zahnmedizinischen Individualprophylaxe
14:00-14:30
Prof. Dr. Klaus Pieper
Spezielle Aspekte bei der zahnmedizinischen Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Cerebralparese
14:30-15:00
Risikomanagement bei zahnärztlich veranlassten Allgemeinanästhesien bei Menschen mit Behinderung
Dr. med. Stefan Eckert, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie Evangelisches Krankenhaus Bielefeld
Die zahnärztliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen stellt für den Zahnarzt und das Praxisteam eine besondere Herausforderung dar[1]. So muss in Abhängigkeit von der Art und der Schwere der Behinderung des Patienten sowie den zugrunde liegenden Vorerkrankungen -oft ergänzt durch anatomische Besonderheiten- abgewogen werden, ob eine zahnärztliche Behandlung in Lokalanästhesie oder unter Sedierung vorgenommen werden kann oder in Allgemeinanästhesie erfolgen muss. Als besondere Risikofaktoren gelten das Atemwegsmanagement sowie ein erhöhtes Aspirationsrisiko. Menschen mit Behinderungen weisen zudem oft eine erheblich eingeschränkte Fähigkeit zur Stressbewältigung auf [2]. Es bedarf daher für die Planung und Durchführung einer Allgemeinanästhesie bei Menschen mit Behinderungen einer besonderen Empathie und Zuwendung- insbesondere bei fehlender oder eingeschränkter Kooperationsfähigkeit und Agitiertheit. Zur Minimierung des anästhesiologischen Risikos ist eine sorgfältige Anamneseerhebung unter Einbeziehung der Angaben der mit dem Patienten vertrauten Angehörigen/ Bezugspersonen erforderlich. Die Nutzung digitaler Informationen medizinischer Fachgesellschaften (z.B. orphananesthesia, DGAI) oder Selbsthilfegruppen kann bei seltenen Erkrankungen entscheidende Hilfestellungen leisten [3]. Es wird anhand von Kasuistiken die prä-anästhesiologische Risikoevaluation in einem klinischen Setting eines Krankenhauses der Maximalversorgung mit eigenem Zentrum für Behindertenmedizin vorgestellt.
Literatur
[1] Elsäßer G: Patienten mit Behinderung in der zahnärztlichen Praxis. ZMK (30) 3; 2014 104-110
[2] Schwarz G. et al: Versorgungsmanagement von Menschen mit angeborener bzw. erworbener mental-kognitiver Behinderung im inner- und außerklinischen Umfeld
http://www25.uni-graz.at/rceaawww/cms/fileadmin/downloads/Ring-VO/Ring-VO_S4U_2010_Schwarz.pdf
[3] http://www.orphananesthesia.eu/de/home.html
15:00-15:30
Prof. Dr. jur. Karsten Fehn
Zahnmedizinische Therapiemaßnahmen bei Patienten mit geistiger Behinderung: die Rolle der rechtlichen Vertreter aus juristischer Sicht
15:30-15:45
Diskussion
15:45-16:00
Die Mundgesundheit und mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ) stationärer Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) sowie die Auswirkungen von Mundgesundheitstraining in dieser Patientengruppe wurden in Deutschland erstmals untersucht. In einer randomisierten kontrollierten klinischen Studie wurden 81 stationäre Patienten der KJP zwischen 6 und 16 Jahren sowie 81 psychisch gesunde Patienten gleichen Alters und Geschlechts (Kontrollgruppe) nach WHO-Standard zahnärztlich untersucht. Die Erhebung der MLQ erfolgte mit dem in Deutschland validierten CPQ-G11-14 Fragebogen. Die KJP-Patienten wurden randomisiert in eine Interventions- und eine Nicht-Interventionsgruppe eingeteilt. Die Patienten der Interventionsgruppe erhielten Mundgesundheitstraining kurz nach der stationären Aufnahme.
KJP-Patienten, insbesondere jene mit stressbedingten Störungen und Erkrankungen, zeigten eine höhere Kariesprävalenz und -erfahrung als die Kontrollgruppe. Trotzdem erreichte die MLQ fast die gleichen Werte wie in der bundesweiten Referenzpopulation. Die KJP-Patienten kompensieren eine höhere Beeinträchtigung der Lebensqualität durch orale Symptomatik und funktionelle Einschränkungen mit einer geringeren Beeinträchtigung des emotionalen und sozialen Wohlbefindens. Während des stationären Aufenthalts verbesserte sich die MLQ bei allen KJP-Patienten, ungeachtet des durchgeführten Mundgesundheitstrainings.
Obwohl stationäre KJP-Patienten einen höheren Kariesbefall als psychisch gesunde Kinder aufwiesen, führte dieser schlechtere Mundgesundheitszustand durch psycho-emotionale Kompensationsmechanismen nicht zu einer erhöhten Beeinträchtigung der MLQ.
16:00-16:15
Die Behandlung von Patienten mit einem besonderen Behandlungsaufwand stellt Anforderungen an die Einrichtung oder Klinik, an das zahnärztliche Behandlungsteam sowie an die pflegerischen und gesetzlichen Betreuer. Dabei ist der erhöhte zeitliche Aufwand, die besonderen Anforderungen an die Klinik und das gesondert geschulte und erfahrene Personal eine der größten Herausforderungen für die Behindertenorientierte Zahnmedizin. Am Lehrstuhl für Behindertenorientierte Zahnmedizin der Universität Witten/Herdecke wird ein Lehr- und Behandlungskonzept erprobt und evaluiert. Dabei erhebt die Abteilung zusätzliche Informationen und zu dem Standard-Fragebogen für die Allgemeinanamnese auch einen erweiterten zahnärztlichen Anamnese-Bogen, der gesondert Fragestellungen für Pflegebedürftige erfasst. Darunter fallen Fragen nach Betreuungsverhältnissen in Gesundheitsfürsorge und wirtschaftlichen Fragen, Pflegestufe und Wohnsituation einschließlich der Pflege. Relevante Informationen diverser Fachgebiete können unterschiedlich in den Behandlungsablauf und die Planung anstehender Therapien einbezogen werden.
16:15-16:30
A. BISSAR¹, I. KASCHKE², A. G. SCHULTE³

¹ Zahnärztlicher Dienst Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Heidelberg
² Special Olympics Germany
³ Abteilung für Behindertenorientierte Zahnmedizin, Universität Witten/Herdecke

Ziel: Das Ziel dieser Studie war, den Zustand und die Entwicklung der Mundgesundheit bei Athleten mit geistiger Behinderung, die bei den deutschen Nationalen Sommerspielen von Special Olympics in den Jahren 2012 (München), 2014 (Düsseldorf) und 2016 (Hannover) teilgenommen hatten, zu erfassen.
Methode: Im Rahmen des Special Smiles Programms wurden von geschulten Zahnärzten Zahnuntersuchungen nach den WHO-Kriterien bei den Athleten vor Ort durchgeführt. Die Teilnahme der Athleten erfolgte freiwillig bei Vorliegen einer Einverständniserklärung und ggf. erforderlicher Zustimmung der rechtlichen Vertreter.
Ergebnisse: Mehr als 2500 Athleten nahmen an den Zahnuntersuchungen während dieser drei Veranstaltungen teil. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer waren Männer. Das mittlere Alter betrug 27,4, 27,0 und 29,0 Jahre. In den Jahren 2012, 2014 und 2016 betrug der Anteil der Athleten mit zahnärztlichem Behandlungsbedarf (DT > 0) 28 %, 31% und 20%. Die DMFT-Mittelwerte betrugen 7,1, 6,7 und 5,6. Die M-T-Mittelwerte lagen bei 2,0, 2,2 und 1,3. Ein großer Teil der Teilnehmer hatte eine deutliche Gingivitis: 53,2%, 47,5% und 31%.
Schlussfolgerungen: Eine Tendenz zu einer leichten Verbesserung in der Mundgesundheit dieser Personengruppe ist zu beobachten. Im Vergleich zu der allgemeinen Bevölkerung haben Personen mit geistiger Behinderung in Deutschland dennoch eine schlechtere Mundgesundheit. Auffällig ist, dass nach wie vor mehr Zähne bei Menschen mit geistiger Behinderung als in der Allgemeinbevölkerung extrahiert werden. Spezifische zahnmedizinische Präventionsprogramme, die unbedingt Eltern und Betreuer einbeziehen sollten, müssen für diese Population eingeführt und finanziert werden.
16:30-17:00
Mitgliederversammlung des AG ZMB
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